Technische Hinweise

Vorgaben zur Errichtung eines Netzanschlusses

Baustelle

Was Sie für Ihr Bauvorhaben wissen müssen

Nachfolgende Informationen sind für Kunden mit Standard-Netzprodukten oder kalkulierten Anschlüssen.

Ein Standard-Netzanschluss verbindet das Erdgasversorgungsnetz mit der Anlage in Ihrer Immobile. Er beginnt an der Abzweigstelle der Versorgungsleitung und endet an der Verbindung des Gasdruckreglers, der zugleich die Übergabestelle von unserem Netz zu Ihrer Kundenanlage ist.

Für die Hauseinführung gelten bestimmte Normen. Wir empfehlen den Einbau von zertifizierten Ein- und Mehrspartenhauseinführungen. Um unnötige Kosten zu vermeiden, sprechen Sie die vorbereitenden Arbeiten bitte frühzeitig mit Ihrer Baufirma und uns ab.
 

Anschlussleitungen sind möglichst gradlinig und auf dem kürzesten Weg von der Versorgungsleitung zum Gebäude zu führen. Die Leitungsführung ist so festzulegen, dass der Leitungsbau ungehindert möglich ist und die Trasse auf Dauer zugänglich bleibt. Eine nachträgliche Überbauung einer Anschlussleitung ist ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen nicht zulässig. Das Lagern von Materialien sowie Pflanzungen über Anschlussleitungen sind ebenfalls nicht zulässig, wenn dadurch die Zugänglichkeit, die Betriebssicherheit oder die Reparaturmöglichkeit beeinträchtigt werden. In diesen Fällen ist eine Abstimmung mit der NBB vor Beginn der Arbeiten erforderlich.

In Gebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten sind alle Anschlussleitungen und Betriebseinrichtungen der Wasser-, Strom-, Gas- oder Fernwärmeversorgung, der Abwasserentsorgung wie auch der Telekommunikation in einem eigenen Hausanschlussraum (abgekürzt HA-Raum oder HAR) unterzubringen.

In Gebäuden mit weniger als vier Wohnungen genügt eine Hausanschlusswand; in einem Einfamilienhaus eine Hausanschlussnische. Festgelegt ist dies in der DIN 18012 Hausanschlusseinrichtungen – Allgemeine Planungsgrundlagen. Ein eigener Raum hat den Vorteil, dass alle entsprechend den Vorgaben eingebauten Einrichtungen sicher bedient, gewartet und bei Bedarf repariert werden können. Zu Ihrer eigenen Sicherheit und zur Gewährleistung einer unterbrechungsfreien Energieversorgung sollten Sie folgende Hinweise nach DIN 18012 beachten:

  • Anschlussräume müssen trocken, begehbar, belüftbar und frostfrei sein,
  • diese müssen an der Hausaußenwand liegen und über allgemein zugängliche Räume, zum Beispiel Flure, Treppenhäuser, Kellergänge oder direkt von außen erreichbar sein,
  • dies dürfen nicht als Durchgang zu weiteren Räumen dienen und
  • die Hauptabsperreinrichtung (HAE) muss jederzeit zugänglich und bedienbar sein.

Zwischen den Leitungen und Einrichtungen der einzelnen Versorgungsträger (z.B. Erdgas, Strom und Wasser) sind Sicherheitsabstände von mindestens 30 Zentimetern einzuhalten. Für alle Installationen sind eine Erdung und ein Potenzialausgleich vorzusehen. Die nachstehende Illustration zeigt das Ausführungsbeispiel eines Hausanschlussraumes für ein Gebäude mit mehr als vier Wohneinheiten.

Illustration Hausanschlussraum

 

 

Bedingungen für Eigenleistungen auf kundeneigenen Grundstücken zur Herstellung eines Erdgas-Netzanschlusses.

Ausführung des Rohrgrabens für Hausanschlussleitungen bis d 63 PE

 

  • Das Kopfloch für die Hauseinführung am Gebäude muss bis zu einer Leitungsstärke von d63 PE /DN 50  folgende Abmessungen aufweisen (Tiefe, Breite, Länge in m): 1,00 x 1,20 x 1,50.
  • Der Abstand zu anderen Rohrleitungen und Medienträgern muss mindestens 0,40 m betragen.
  • Für befahrbare Wege und Straßen wird eine Rohrdeckung von mindestens 0,80 m benötigt, d.h., die Grabentiefe muss in der Regel 0,90 m betragen.
  • Zum Leistungsumfang des Anschlussnehmers gehören der Erdaushub einschließlich Aufnehmen der Oberflächenbefestigung und das Verfüllen, einschließlich Oberflächenwiederherstellung der Rohrgräben und des Kopfloches am Gebäude, einschließlich aller Nebenarbeiten.
  • Die Fläche der Grabensohle muss eben sein. Die Grabensohle muss steinfrei sein und so verdichtet werden, dass nach dem Verfüllen des Rohrgrabens und der anschließenden Verdichtung der Füllmassen, keine Bodensetzungen erfolgen können.
  • Durch Bodensetzungen entstehende Schäden an der Rohrleitung bzw. an der Abdichtung der Hauseinführung ins Gebäude gehen zu Lasten des Anschlussnehmers.
  • Eine Seite des Grabens ist vollständig für Schweißtätigkeiten sowie den Transport der Arbeitsmaterialien frei zu halten. Die Abstandsmaße gem. Skizze sind zwingend zu berücksichtigen.
  • Das für die Sicherung der Rohrleitung erforderliche Verfüllen mit steinfreien Boden, 10 cm unter der Rohrtrasse und 10 cm darüber, erfolgt durch das von der NBB beauftragte Rohrleitungsbauunternehmen. Der dafür benötigte steinfreie Boden ist bauseits bereitzustellen. Sollte dies auf Grund der örtlichen Bodenverhältnisse nicht möglich sein, ist das Rohrleitungsbauunternehmen durch den Kunden spätestens drei Tage vorher zu informieren.
  • Über dem Rohr ist in ca. 0,30 m Höhe ein gelbes Trassenwarnband mit der Aufschrift „Achtung Gasleitung“ zu verlegen. Dieses wird von der NBB in erforderlicher Länge bereitgestellt.
  • Der Rohrgraben ist unmittelbar nach Fertigstellung der Gasrohrverlegung mit steinfreiem Erdreich zu verfüllen. Zum vorläufigen Schutz der Gasrohrleitung, auch bei Rohrgräben mit mehreren Medien, ist immer eine Mindestüberdeckung von 0,30 m mit Erdreich erforderlich.
  • Die Tiefbauleistungen sind hinsichtlich des Termins und der Folgeleistungen mit unserem Rohrleitungsbauunternehmen abzustimmen. Zum abgestimmten Termin ist für Baufreiheit zu sorgen.

Das Verlegen von Schutzrohren auf kundeneigenen Grundstücksflächen kann vor der Herstellung der Netzanschlussleitung vorgenommen werden, sofern dies im Rahmen der Herstellung des neuen Anschlusses nach vorheriger Abstimmung mit der NBB erfolgt. Bitte beachten Sie zur Ausführung nachstehende Hinweise: 

  • Die Abstimmung zur Lage und zur Größe (Dimension) des Schutzrohres erfolgt nach Rücksprache mit der NBB unter der Telefonnummer: 030/81876-1620.  
  • Das Verlegen von Schutzrohren wird nur innerhalb des Bereiches privater Grundstücksflächen gestattet.  
  • Die Verlegung von Schutzrohren muss so erfolgen, dass die Netzanschlussleitung geradlinig und möglichst auf dem kürzesten Weg von der Versorgungsleitung zum Gebäude geführt werden kann. 
  • Der spätere Leitungsbau der Netzanschlussleitung muss unbehindert möglich sein. Schutzrohre dürfen nicht in das Gebäude eingeführt werden (ausgenommen sind Mantelrohre für eine Ein- bzw. Mehrspartenhauseinführung). 
  • Kreuzen oder laufen parallel zu den verlegten Schutzrohren anderen Versorgungs- bzw. Medienleitungen sowie Gebäude, so ist ein Mindestabstand von mindestens 200 mm einzuhalten. Die Trassen der Versorgungs- bzw. Medienleitungen dürfen nicht überbaut werden. Schutzrohre sind seitlich versetzt von Überbauungen zu verlegen. 
  • Schutzrohre sollten aus PVC- bzw. PE-Rohr bestehen und min.70 cm mit Erdreich überdeckt sein. 
  • Zur Vermeidung unzulässiger Spannungen in der verlegenden Anschlussleitung muss die Grabensohle so hergestellt sein, dass das Schutzrohr auf der ganzen Länge aufliegt. Sofern dies bedingt durch die erforderlichen Baugruben nicht möglich ist, ist auf eine sorgfältige Bodenverdichtung bei der Baugrubenverfüllung zu achten. 
  • Über dem Schutzrohr ist in eine Höhe von ca. 30 cm ein gelbes Trassenwarnband mit der Aufschrift „Achtung Gasleitung“ zu verlegen (Abbildung 2), welches über die verschlossenen Enden des Schutzohres hinausragen muss. Das Trassenwarnband wird von der NBB in erforderlicher Länge zur Verfügung gestellt. 
  • Anfangs- und Endpunkte der Schutzrohre sind für das Einschieben der Anschlussleitung freizuhalten und bei notwendiger Verfüllung einzumessen sowie zu kennzeichnen; dies betrifft auch Richtungsänderungen des Schutzrohres. Um notwendige Einbindungs-  bzw. Anschlussarbeiten ungehindert zu ermöglichen, sollten in einem Bereich von mindestens zwei Metern vor dem anzuschließenden Gebäude bzw. vor der Grundstücksgrenze kein Schutzrohr verlegt werden.  
  • Die Enden der Schutzrohre sind gegen eindringendes Erdreich, Wasser, o. ä. durch geeignete Mittel wirkungsvoll zu verschließen. 
  • Sollte das Einziehen der Netzanschlussleitung zur Bauausführung nicht möglich sein, ist eine andere geeignete Trassenführung zwischen dem Anschlussnehmer und der NBB abzustimmen. In diesem Fall kann es zu einer erneuten Terminabstimmung und ggf. zu einer Änderung des Angebotes zur Herstellung eines Erdgasnetzanschlusses kommen. 
  • Bitte beachten Sie, dass im Bereich des verlegten Schutzrohres kein Abzweig für eine weitere Netzanschlussleitung möglich ist. 
  • Der NBB bzw. dem von der NBB beauftragten Rohrleitungsbauunternehmen ist eine prüfbare Einmessung des verlegten Schutzrohres zu übergeben. 
  • Für das vom Anschlussnehmer verlegte Schutzrohr übernimmt NBB keine Gewährleistung. 

 

 

Weiterführende Informationen und Kontakt zu uns

 

 

 

Glossar

Sie wissen nicht was Odorierung, PE-Relining oder RLM ist? Wir klären Sie gerne auf! Deshalb haben wir an dieser Stelle Wissenswertes und Informatives für Sie zusammengetragen.

Download-Center

Ob Leistungsauskünfte, Bedingungen oder Informationen zum Netzanschluss - wichtige Download-Dokumente haben wir im Download-Center für Sie zusammengestellt.

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Telefon: 030 81876-1540
Telefax: 030 81876-1509

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